M1 MacMini im Alltagstest – Apple vs. Apple vs. Apple

Podcast

Ein echter Test … Apple iMac 2017 gegen Apple Mac Pro Late 2013 gegen MacMini M1 2020. Wen interessieren Benchmarktests, hier teste ich das Arbeiten am MacMini im Vergleich zu Intel Macs. Kann der neue MacMini die bestehende Hardware ersetzen? 

Kann der Mac mini mit M1 Chip einen Kreativ Mac mit Intel ersetzen?

Ich habe mich lange mit den neuen Rechnern von Apple beschäftigt. In meinem letzten Podcast habe ich darüber berichtet, wie ich bei der Aktualisierung meiner Hardware vorgehen werde und habe allen Kreativen, die es betrifft einen Rat gegeben. 

Da ich aber von Natur aus neugierig bin und die Entwicklung sehr interessant finde, habe ich mir die Frage gestellt, ob ein Produktivrechner, der schon etwas älter ist durch einen Mac mini mit M1 Chip ersetzt werden könnte.

Wahrscheinlich habt ihr selbst die ganzen Benchmarktests verfolgt oder gesehen und die Performance ist beeindruckend. Doch sind diese Benchmarktests auch wirklich realitätsnah genug, um eine Aussage zu treffen über die tägliche Arbeit?

Ich habe mir also nach langer Überlegung einen MacMini bestellt mit 16 GB RAM und 1 TB Festplatte. Diesen lasse ich gegen meine bestehenden Produktivrechner antreten.

Der Vergleich ist nicht ganz fair, denn meine drei Produktivrechner laufen alle noch auf Catalina, während der M1 MacMini schon mit Big Sur ausgeliefert wurde. D.h. eine neue Hardware mit neuem System tritt gegen alte Hardware mit altem System an.

Der Test ist insofern außerdem nicht ganz fair, da einiges an Software gar nicht für den neuen Chip von Apple umgestellt wurde. Rosetta 2 spielt hier also eine große Rolle. D.h. viele Arbeiten laufen sozusagen in einer virtuellen Umgebung und dadurch gibt es schon einen Leistungseinbruch. 

Also ab ins Testcenter und erstmal eine Bestandsaufnahme.

Meine Testprobanden

1. Mac Pro Late 2013, schwarze Tonne
Home-Office

6-Kern Intel Xeon 3,5 Ghz
32 GB RAM
2 Radeon Fire Pro 500 Grafikkarten mit je 3 GB Ram
1TB SSD

2. iMac Late 2017, Retina 5K, 27 Zoll
Geschäft

Intel Core i7 Quad Core mit 4,2 Ghz
32 GB RAM
1 Radeon Pro 580 Grafikkarte mit 8 GB Ram
1TB SSD

3. MacMini M1
Testrechner

Apple M1
8-Kern Prozessor
16 Gb Ram
Apple Grafikkarte mit 8GB Ram
1 TB SSD

Die Testumgebung

Dies soll ein echter Test sein, also in produktiver Umgebung. Benchmarktests interessieren mich nicht. Die Wirklichkeit sieht dann doch anders aus. Also habe ich den M1 exakt so konfiguriert, wie es meine Arbeitsrechner sind. Der MacPro und der iMac sind nahezu identisch installiert, damit ich im Home Office die gleiche Arbeit verrichten kann wie im Büro. Ich habe also mit dem Rechner gearbeitet, so wie ich das mit meinen momentanen Rechnern auch tue. Habe aktuelle Jobs geöffnet und diese nachgebaut oder sogar konkrete Arbeiten verrichtet. Dabei sind Sekunden oder Millisekunden bei der Berechnung nicht wichtig, sondern auch das aufkommende Gefühl bei der täglichen Arbeit. Vorab schonmal, meine Erwartungen wurden bestätigt.

Zuerst wollte ich Testvideos erstellen, doch das wirkt ziemlich langweilig. Darum der Podcast und das ganze noch als Blog auf der Seite zum nachlesen.

Getestet habe ich folgende Anwendungen:

Adobe Creative Suite
Photoshop
Indesign
Illustrator
Nik-Tools (Plugin)

Schriftenmanagement
Font Explorer Pro mit mehreren tausend Schriften

Videoschnitt
DaVinci Resolve 16 auf den Arbeitsrechnern
DaVinci Resolve 17.1 Beta optimiert für M1 Rechner. Das ist das einzige Programm, das ich nutze, welches schon für die neuen Maschinen optimiert wurde.

Portrait Studio Pro
Professionelle Portraitbearbeitung

Musik
Propellerheads Reason Studio 11
Diverse Rack Plugins von Propellerheads, auch Drittanbieter
iZotope Plugins: iZotope Product Portal, Ozone 9, Nektar 3,  Neutron Advanced 2, RX 7 Standard

Hintergrundanwendungen
Intego Virusbarrier
Carbon Copy Cloner

Office
Microsoft Word, Excel, Powerpoint
Teams

Handbrake
Videokonvertierung von Hochauflösend HD zu Webansicht HD

Streaming
Hole ich nach, da ich dazu ins Streamingstudio gehen werde. Da werde ich OBS und die ATEM-Mini-Software testen. Aus Performancegründen muss sich der MacMini M1 gegen einen Intel MacMini mit externer Grafikkarte bewähren. Abonniert diesen Podcast oder werde Mitglied, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Mit diesem Test habe ich einen guten Einblick auf die Performance und wie sich der Kleine neue Apple Rechner auch bei anderer Software im täglichen Betrieb schlägt.

Die Vorbereitung

Der MacMini wurde ausgepackt und angeschlossen. Wie von Apple vorgeschlagen, habe ich den Migrationsassistenten verwendet. Ich habe also die Systemplatte des MacPro angeschlossen und den MacMini alle Daten übertragen lassen. Anfänglich stand die Zeit für die Übertragung bei 4 Stunden. Ist eine relativ normale Zeit, denn die Platte ist mit 500 GB relativ voll. Wohlgemerkt, nur Systemrelevanten Dateien. Keine Kundenprojekte, die liegen auf dem Server. Dafür viele Schriften, Plugins und eine Menge an Samples für die Musikproduktion.

Doch nach den ersten Minuten hat der Migrationsassistent die Zeit herunter gezählt. Die Daten wurden von einer SSD über USB-3 übertragen und der MacMini hat die ganzen knapp 450 MB/s ausgenutzt. Nach ca. 20 Minuten war der MacMini installiert, eingerichtet und fertig für den produktiven Alltag.

Hierzu muss ich noch sagen, dass es für ein System immer besser ist, alles neu zu installieren, da man keinen Datenmüll mit rüberzieht und der Rechner so seine volle Performance entfalten kann. Doch wenn es eben um schnelle Produktivität geht, ist der Migrationsassistent eine tolle Hilfe. Das Aufsetzen und installieren aller Programme und Tools hätte mich mehr als einen Tag gekostet und es ist so ein echter Livetest, so wie es viele User machen würden.

Der Neustart

Fangen wir mit dem Neustart an. Alle drei Rechner starten ziemlich flott, selbst der 7 Jahre alte MacPro. Der hat sich am meisten Zeit gelassen, liegt aber auch daran, dass am Pro mehrere Externe Festplatten angeschlossen sind. Beim Neustart sprechen wir hier von wenigen Sekunden. Die fallen also nicht wirklich ins Gewicht. 

Durch die vielen Programme und Daten auf dem MacMini hat dieser auch nach dem einloggen des Benutzers seine Zeit benötigt bis das System vollkommen einsatzfähig war. Die Hintergrunddienste waren allerdings schnell geladen. Font Explorer, Virenscanner und Synology Drive waren unverzüglich da. Schnell, sehr schnell. Das hat sich Extrem gut angefühlt.

Adobe Creative Suite

Photoshop

Adobe läuft noch unter Rosetta 2. D.h. beim ersten Start muss Big Sur erstmal etwas arbeiten, bis Photoshop oder andere Programme laufen. Nach dem ersten Start habe ich das Programm wieder geschlossen und neu gestartet. Der 2. Start ist dann schneller. Gefühlt habe ich keine sehr großen Unterschiede zu den anderen Rechnern. Der Mac Pro hat am längsten benötigt, war aber nicht wirklich störend bei der täglichen Arbeit. Trotz Rosetta 2 war Photoshop schnell da. Das war sehr erfreulich. In den Voreinstellungen wird die Grafikkarte erkannt und ich kann auf alle Geschwindikeitsvorteile zugreifen, damit auch Funktionen wie Verflüssigen funktionieren.

Test 1 – hochauflösendes Bild öffnen und bearbeiten

Als erstes habe ich eine Außenwerbung geöffnet. Mit 6 mal 2 Meter bei 120 DPI hat diese Datei mit mehreren Ebenen und Einstellungsebenen eine Größe von ca. 1,6 GB. Alle drei Rechner haben die Datei gefühlt gleich schnell geöffnet. Der iMac fühlte sich schneller an. Wie gesagt, mir kommt es nicht auf die eine oder andere Sekunde an. Hier waren für mich alle drei Rechner relativ gleich.

Die Ebenen wurden mit Ebenenmasken bearbeitet. Bei der Dateigröße muss die Grafikkarte schon einiges rechnen. Der Pinsel wurde extrem groß eingestellt.

Das Ergebnis:

Der Mac Pro ruckelt und kann den Pinsel nicht sauber nachziehen. Dafür ist die interne Grafikeinheit zu alt.

Der MacMini ruckelt auch. Photoshop strengt sich an bzw. der Rechner. Auch hier ist keine gleichmäßige Pinselführung möglich.

Der iMac schlägt hier beide Rechner. Die Datei lädt schnell und lässt sich ohne Probleme bearbeiten. Kein Ruckeln nichts.

Das Speichern geht auf allen Rechnern relativ gleich schnell.

Test 2 – hochauflösendes Porträt freistellen

Mein Fotograf hat mir eine hochauflösende Datei zur Verfügung gestellt im Raw-Format. Bei der Voransicht brauchte der MacMini am längsten. Nach dem Öffnen konnte ich die Datei an allen Rechnern gut bearbeiten. Weder auf dem Pro, noch auf dem iMac oder MacMini waren wirkliche Geschwindigkeitseinbußen zu erkennen. Ob mit Lasso oder Zauberstab, die Rechner haben einen guten Job gemacht. Verflüssigen lief auch auf allen Rechnern gut. Selbst der Pro kommt bei einfachen Arbeiten gut zurecht mit Grafikaufwendigen Dateien. Für den Mini kein Problem und der iMac erfüllt die Arbeit ebenso excellent. Bilder klein und Großrechnen, ändern der Auflösung lief ebenfalls super. Da ist wieder der Pro am langsamsten. Hier zum ersten mal spürbar. Der 7 Jahre alte Rechner braucht doch etwas an Zeit. Trotzdem immer noch in einer Zeit, in der ich den Rechner gerne produktiv nutze. Es sind dann eben doch nur sehr wenige Sekunden.

Test 3 – komplexe Ebenenkomposition mit hochauflösenden Bildern

Für einen Kunden erstelle ich immer mal wieder Anzeigen im A4 Format mit komplexen Ebenenkompositionen. Bearbeitung in Nik-Tools, welches ein hervorragendes Plugin zur Farbanpassung ist, und viele Ebenen, um das entsprechende Bild den Look zu geben, den sich der Kunde wünscht. Darunter einige Smartebenen. Der Pro hat da doch ein wenig zu schaffen, doch auch hier kann ich noch normal Arbeiten. Fühlt sich an wie mit leicht angezogener Handbremse. Der MacMini macht das schneller, aber nicht wirklich sehr viel schneller. Der iMac ist der schnellste und erledigt die Arbeit mit Bravur.

Test 4 – Ebenenkomposition mit Effekten

Als nächsten Test habe ich die Datei Foto to Comic geöffnet. Ihr findet die Datei als Download auf der Kreativdenker Seite im entsprechenden Tutorial.

Ein Doppelklick auf die Smartebene zum Austausch des Bildes und wieder Schließen dieser werden diverse Effekte, Filter und Einstellungsebenen angewendet.

Der MacPro und der MacMini sind relativ gleich schnell, der iMac schlägt beide Rechner wieder.

Test 5 – Großformat Farbbild mit Nik-Tools in Schwarz-Weiß ändern

Für einen Kunden hatte ich Bilder für eine Ausstellung im Großformat nach seinen Vorgaben in ein künstlerisches Schwarz-Weiß-Bild umgewandelt. Dazu habe ich die Nik-Tools verwendet. Diese wurden auf allen Rechnern ohne Probleme geöffnet. Das Besondere an dieser Datei, in den Nik-Tools habe ich mehrere Arbeitspunkte gesetzt, um Teilbereiche in S/W herauszuarbeiten. Auf allen Rechnern lief die Bearbeitung der Kontrollpunkte flott. Auch hier war der MacMini minimal dem Pro überlegen. Allerdings kaum merkbar. Der iMac war wieder am schnellsten.

Test 6 – Komplexes Script zur Erstellung einer Sketchzeichnung aus einem Foto

Ich habe ein 300 DPI RGB Bild geöffnet mit 40 cm Breite und ein aufwendiges Script laufen lassen. Das Script wandelt dabei ein Foto in eine Sketch Handzeichnung um. Der Pro hat ca. 3 Minuten benötigt. Der MacMini war nicht viel schneller, hat dafür zwei Anläufe gebraucht, Photoshop ist abgestürzt beim ersten Mal. Der iMac war in knapp 2 Minuten mit der Aufgabe fertig. Auch hier nicht wirklich ein großer Unterschied. Auf Photoshop bezogen, war der iMac der schnellste Rechner, obwohl dieser schon 2 Jahre alt ist. Aber wie gesagt, PS lief unter Rosetta 2 auf dem MacMini. Das Ergebnis kann bei einer vollständigen Version schon wieder anders aussehen. Trotz der 7 Jahre, bin ich immer wieder überrascht, wie flott der Pro immer noch ist. Der MacMini läuft gut und macht einen guten Job. Das war bei den Vorgängermodellen nicht so gut im Vergleich.

Illustrator

In Illustrator habe ich neben normalen Grafikarbeiten für Logos und Schrift eine Großformatkomposition aus Fotos und komplexen Pfaden geöffnet und bearbeitet. Kurzum, alle drei Rechner waren gleich schnell. Der MacMini macht auch unter Illustrator einen guten Job für die tägliche Arbeit. Ich nutze Illustrator allerdings hauptsächlich zum Bearbeiten einfacherer Vektoren und Logos und selten für komplexe Illustrationen. Da nutze ich dann mittler Weile mein iPad mit Procreate.

Indesign

Als Testdatei dient eine interne Firmenzeitschrift. Mit knapp 40 Seiten als Doppelseiten angelegt mit Bildern in indesign vergrößert und verkleinert mit mehreren Schriften ist diese Datei ein herkömmliches Standardprodukt. Wie bei Illustrator habe ich an allen drei Rechnern nichts auszusetzen. Der iMac ist wieder am produktivsten, der MacMini macht trotzdem eine sehr gute Figur. Also auch für Standardgrafikarbeiten in Indesign ist der MacMini gut brauchbar und das eben unter Rosetta 2. Trotz der 7 Jahre und der betagten Grafikkarte läuft selbst der Pro zügig.

Fazit

Ein alter Rechner muss noch nicht ersetzt werden. Wenn Adobe die Programme für die M1 Maschinen zur Verfügung stellt, wird wohl der Pro am langsamsten sein. Jetzt ist aber alles noch gut und es gibt keinen Grund für einen Wechsel. Wer jetzt anfängt und wenig komplexe und somit rechenintensive Arbeiten verrichtet, kann ohne Probleme einen M1-Rechner kaufen. Adobe läuft gut trotz Rosetta 2. Ist der Rechner zudem nicht vollgepackt mit anderer Software, ist der MacMini wirklich eine Alternative. Persönlich würde ich warten bis der erste iMac mit M-chips auf den Markt kommt.

Schriften Management – Font Explorer Pro

Ohne Schriftenmanagementsoftware läuft bei mir nix. Ich habe im Laufe der Zeit einfach zu viele Schriften gekauft. Font Explorer Pro ist dabei das Programm meiner Wahl. Auch hier nur als Intel-Version, also läuft auch diese Version auf dem MacMini unter Rosetta 2. Font Explorer verwaltet mehrere Tausend Schriften wobei nur ein paar Hundert geöffnet sind. Der Mac Pro ist am langsamsten. Braucht am längsten, um das Programm zu öffnen und alle Schriften darzustellen. Die Schriften in Echtzeit durchzuschauen ist etwas mühselig, wenn man alle Schriften in der Vorschau ansehen möchte. Der iMac benötigt ebenfalls ein wenig Zeit bis die Software geöffnet ist. Das Durchschauen geht schneller und flüssiger, bis auf sehr aufwendige Schriften, da benötigt auch der iMac eine kleine Denkpause. Der MacMini überrascht. Font Explorer öffnet sofort. Rasend schnell kann ich durch die Schriftenbibliothek durch scrollen und in Echtzeit die Schriften ansehen. Aktivieren und deaktivieren geht ebenfalls schnell und das virtualisiert und nicht nativ. Wow. Das hat mich beeindruckt.

Videoschnitt DaVinci Resolve

Kommen wir zu meiner Königsdisziplin. DaVinci Resolve Videoschnitt. Da erwarte ich doch viel vom MacMini, schließlich ist die Software für den neuen Chip angepasst. Komplexe Arbeiten gehen auf dem Pro nicht mehr, dazu nutze ich den iMac, die Grafikkarte ist da einfach besser.

Test 1 – Video mit einfachen Open FX Effekten

Ich öffne eine Videodatei, die aus mehreren Teilvideos besteht. Alle Teilvideos haben einen Open FX Effekt aus der Standard Effektbibliothek von DaVinci Resolve. Eine Musikspur ist noch eingefügt. 

MacPro
Das Video lässt sich nicht in Echtzeit bearbeiten und abspielen. Der 7 Jahre alte Rechner kann den Open FX Effekt nicht in echtzeit rendern und ruckelt. Das Vorabendern mit herabgesetzter Auflösung dauert lange, sehr lange. Es macht keinen Spass die Datei zu bearbeiten. 

Das Rendern und Exportieren in eine MOV-Datei dauert ebenfalls lange. Die Grafikkarte ist zu klein, zu alt, zu langsam.

iMac
Hier läuft alles wie am Schnürchen. Ich brauche nicht zwischenrendern zu lassen. Ich kann in Echtzeit das Video bearbeiten inkl. der Effekte. Das Rendern benötigt wieder ein wenig Zeit, ist aber um einiges schneller als auf dem Pro. 

MacMini
Wie beim Mac Pro macht auch hier die Bearbeitung keinen Spass. Es ruckelt und der Rechner ist einfach nicht ausgelegt Effekte in Echtzeit zu rendern. Ist die Auflösung der Voransicht herabgesetzt, geht das Bearbeiten ganz gut aber eben nicht so, wie ich es vom iMac her gewohnt bin. Der Export ist schnell. Nicht viel schneller als auf dem iMac, aber schneller.

Test 2 – komplexer Imagefilm mit Fusioneffekten

Der zweite Test ist fies. Ich habe einen komplexen Imagefilm geöffnet. Es sind mehrere komplexe Fusioneffekte im Hintergrund am Laufen. Den Link zum Video findet ihr im Blog. Ein Logo wird über Partikel eingeblendet, alle Videos haben komplexes Colorgrading mit mehreren Nodes, in den Videos mit Personen in Großansicht laufen Beauty und Portraifilter, Schriften sind über Fusion animiert, Rauschunterdrückung ist ebenfalls eingeschaltet. Dazu noch mehrere Audiospuren mit VST-Plugins. Kurzum, ein echtes Projekt aus dem täglichen Leben.
Vimeo

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Der Mac Pro kann hier nix mehr. Das Rendern von Fusion Effekten ist gähnend langsam. In Echtzeit geht nichts. Das Video lässt sich gar nicht bearbeiten. Die Vorschau stockt und ruckelt so stark, dass ich lieber das Projekt schließe. Rendern dauert hier lange … sehr lange … sehr sehr lange. Da kann ich getrost in die Küche gehen und anfangen zu kochen.

Der iMac läuft gut. Wobei ich hier für eine Voransicht die Szenen Rendern lassen muss. Auch hier geht in Echtzeit nicht viel. Dafür geht das Vorabrendern von Fusioneffekten ganz gut. Dauert zwar etwas, aber ich kann ganz gut arbeiten. Der Export braucht auch länger, dafür habe ich am iMac normalerweise eine externe Grafikkarte angeschlossen, die das ganze noch beschleunigt, nur hier für den Test eben nicht. Bei diesem Projekt stoße ich an die Grenzen des iMac. Es fehlt an RAM und an einer schnellen Grafikkarte. Trotzdem ist das Projekt bearbeitbar. Es geht eben nur Teilbereich für Teilbereich, das genügt aber. Bei der Rauschunterdrückung kommt auch der iMac ins straucheln. Diese schalte ich ganz zum Schluss ein, da auch hier sonst das Bearbeiten schwierig wird. Auf diesem Rechner ist der Imagefilm aber entstanden.

Auf dem M1 MacMini war dieses Projekt enttäuschend. Kaum eine Verbesserung zum Pro. Das Projekt ist hier nicht bearbeitbar. Alles ruckelt und ist gähnend langsam. Der iMac ist hier klar im Vorteil.

Test 3 – einfacher Videoschnitt

Als letzten Test habe ich einfache Videos ohne Effekte bearbeitet. Einfaches Colorgrading, Standardschnitte und eine Tonspur. Alle drei Rechner laufen hier super und ohne Probleme. Beim Rendern ist der MacMini der schnellste Rechner. Bei der Bearbeitung kommt sogar der Pro in Echtzeit noch mit.

Fazit

Der MacMini ist kein Videoschnitt Rechner. Die 16 GB Ram sind zu wenig für Fusion und die Grafikeinheit hat echte Probleme bei komplexen Aufgaben. Wer also meint, seine bestehende Hardware ersetzen zu können und dabei einen gigantischen Geschwindigkeitsschub zu spüren, den muss ich enttäuschen. Hier dann doch eher auf eine Intel-Maschine wechseln oder einen Pro mit zwei D700 Grafikkarten und 64 GB Ram. Das wird sich aber ändern, wenn die Pro-Maschinen von Apple kommen. Leichtes Colorgrading und normaler Videoschnitt ist aber kein Problem. Allerdings habe ich da auch nicht wirklich das Potential von DaVinci Resolve genutzt, sondern das, was auch mit iMovie möglich ist, nur eben präziser und professioneller. Der iMac macht hier immer noch eine Top-Figur und ist ein echtes Arbeitspferd. Der Mac Pro kann hier nur noch für leichten Videoschnitt verwendet werden. Das reicht aber aus für Colorgrading und leichte Übergänge ohne komplexe Effekte.

Porträt Studio Pro

Für professionelle Porträbearbeitung nutze ich Porträt Studio Pro. Es bietet hier doch einige Funktionen, die Photoshop nicht so gut kann. Da bin ich schneller und kann auch Nachschminken. Der Feinschliff erfolgt dann in Photoshop.

Ich öffne ein hochauflösendes Porträt. Der MacPro benötigt seine Zeit bei der Analyse des Bildes. Das Anpassen der Gesichtsmerkmale ist etwas schwierig, da sich die Punkte nicht so gut in Echtzeit anpassen lassen. Die Nachbearbeitung geht ganz gut, benötigt aber seine Zeit. Die Slider für das Make-up oder die Gesichtszüge sollten nicht zu schnell gezogen werden.

Der iMac dagegen ist flott. Alles läuft flüssig und gut. Ich kann zügig arbeiten und verschiedene Versionen ausprobieren. Von der Analyse des Gesichts bis zur Veränderung der Gesichtszüge oder Farben habe ich nichts auszusetzen.

Auch der MacMini läuft flüssig trotz Rosetta 2. Manche Bereiche sind ein wenig langsamer als auf dem iMac, trotzdem kann man ganz gut mit dem Programm arbeiten und besser als auf dem Pro.

Fazit

Porträt Studio Pro läuft gut und ist für die tägliche Arbeit durchaus zu gebrauchen. Nicht perfekt, aber gut. Der Pro ist zwar am langsamsten, kann aber trotzdem noch ganz gut mithalten. Macht halt nicht so Spaß und ich bin deutlich unproduktiver. Der iMac gewinnt wieder, liegt aber auch daran, dass das Programm eben noch nicht für die M1 Chips übersetzt wurde.

Musikproduktion mit Propellerheads Reason

Als Testdatei öffne ich ein Stück meines letzten Albums. Den Link zum Album findet ihr im Blog. Ihr könnt den Titel auf allen Streamingplattformen anhören und auf Bandcamp.

iTunes

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Spotify

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Bandcamp

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Mehre Spuren von Instrumenten mit diversen Effekten aus Propellerheads, eine Gesangsspur, die mit Effekten, darunter von iZotope, der Stimme ihren Klang gibt. Rauschunterdrückung in Echtzeit, Klangverbesserungen, EQ-s mit Nektar und RX Standard.
Entstanden ist das Stück am Pro Rechner. Die Datei öffnet sich zügig und läuft auch in Echtzeit ab. Allerdings sind die grafischen Darstellungen sehr stark verzögert. Speziell die Aussteuerung und die iZotope Plugins laufen nicht in Echtzeit mit. Wie gesagt nur die Darstellung. Das macht allerdings auch das Bearbeiten schwieriger. Die Grenze ist erreicht, der Pro ist nicht mehr in der Lage komplexe Strukturen grafisch darzustellen. Beim Abmischen und Hören, wenn ich also nicht die grafische Kontrolle benötige, merke ich keine Einbußen. Alle Effekte laufen mit und erledigen ihren Dienst. Darum arbeite ich auch noch viel mit dem Pro, da ich mich hauptsächlich auf das Gehör verlasse. Das Rausrechnen als WAV-Datei braucht lange. Da fühle ich mich in ProTools-Zeiten versetzt, bei der die Spuren in Echtzeit rausgerechnet werden. So ähnlich fühlt sich das auf dem Pro an. Der Song braucht tatsächlich fast so lange zum Rendern wie der Song eigentlich dauert. Der iMac hat mit nichts Probleme. Alles läuft schnell und flüssig. Selbst die grafisch aufwendigen Darstellungen der Plugins sind kein Problem. Rendern geht schnell und zügig und so kann ich verschiedene Versionen erstellen. Trotz aller neuesten Versionen macht das Arbeiten am iMac immer noch Spass. Der MacMini überrascht hier total. Er siegt auf ganzer Linie. Obwohl iZotope eine Warnung ausgesprochen hat und die Plugins nicht für den M1 Chip zur Verfügung stehen, ebenso auch Reason, läuft Reason mit dem Song und allen Plugins rasend schnell. Alle Plugins zeigen die grafische Oberfläche sauber an. Ich kann Mixen und ausprobieren. Der Export ist schnell, richtig schnell. Das erste Programm, bei dem der MacMini die anderen beiden Rechner schlägt. Gegenüber dem iMac zwar nur minimal, aber er ist wirklich schnell. Für Musiker, ist der kleine eine Atlernative. Nicht für große Studios und komplexe Produktionen, aber für den professionellen Musiker im Homestudio durchaus eine Anschaffung wert. Hier würde ich wirklich den MacMini als Musikrechner vorziehen. Allerdings warte ich noch bis die Software angepasst ist, dann wird es einen richtigen Geschwindigkeitsboost geben. Mir sind keine Fehler oder Probleme bei der Bearbeitung aufgefallen. Auch Ozone lief auf dem MacMini super. Ozone lief aber auch auf dem MacPro und dem iMac super. Ozone nutze ich als Standalone Programm, um einen finalen Mix zu erstellen.

Hintergrundanwendungen

Virus Barrier und Carbon Copy Cloner laufen auf allen Rechnern super. Ich merke keinen Unterschied. Sie erledigen ihren Dienst im Hintergrund. Synology Drive konnte ich auf dem MacMini nicht testen, da die Server mit den beiden anderen Rechnern verknüpft sind. Der MacMini kommt aber gut damit zurecht, z.B. Photoshop zu öffnen und im Hintergrund die Platte und das Netzwerk zu überprüfen.

Office

Kommen wir zu Office. Microsoft ist auch in meinem Job ein Muss. Powerpoint Präsentationen und Inhalte von Kunden über Word und Excel sind nicht gerade aufwendige Arbeiten. Der MacPro und iMac kommen mit Microsoft super zurecht. Egal was ich mache, alles läuft zügig und schnell. Selbst aufwendige PPT-Dateien laufen noch gut auf dem Pro. Jetzt der MacMini. Das erste Öffnen braucht wieder etwas Zeit wegen Rosetta 2. Danach gibt es keine Probleme. Schnell und zügig macht Office was es tun soll. Hier gibt es für mich keinen großen Unterschied zu bemerken.

Handbrake

Handbrake nutze ich, um große Videodateien zu komprimieren oder umzurechnen. Handbrake ist da ein wirklich super Programm für. Handbrake nutzt dabei alle Ressourcen, die der Rechner zur Verfügung stellt. Ich habe ein 11 Minütiges Video geöffnet und konvertiert. Von Full HD Mov auf Full HD mp4 für Web. Handbrake macht da mal eben aus 2,5 Gigabyte 600 MB ohne großen Qualitätsverlust. Der MacPro braucht lange. Wieder sehr lange. Der iMac ist schneller, sehr viel schneller und der MacMini? Braucht lange. Der iMac ist wieder der schnellste von allen. Da die Konvertierung aber sowieso nicht gestört werden sollte kann ich auch ein paar Minuten länger warten wobei gerade bei unterschiedlichen Kompressionseinstellungen hier jede Minute zählt wenn unterschiedliche Versionen getesten werden sollen.

Ein Resümee

Der Test ist fertig. Ich habe den MacMini zum Familienrechner degradiert. Als Produktionsmaschine mit vielen Programmen ist dieser Rechner “noch” nicht geeignet. Das liegt meiner Meinung nach hauptsächlich daran, weil viele Programme, die ich nutze eben noch nicht für den M1 Chip optimiert sind. Für bestimmte Tätigkeiten ist der Kleine aber schon durchaus zu gebrauchen. Ein Profi, der Bilder bearbeitet und nicht zu komplexe Grafikarbeiten mit vielen Ebenen erledigt wird glücklich sein. Webanwendungen habe ich nicht getestet, da diese nicht viel Performance benötigen, für Programmierarbeiten von Webseiten also ist der MacMini ein Profigerät. Im allgemeinen fällt auf, dass der Rechner sich sehr gut bedienen lässt. Er startet schnell, die Fenster öffnen sich schnell und der Browser ist “OMG” der Turbo schlechthin. Musizieren macht Spass am MacMini, selbst komplexe Kompositionen sind kein Problem, wobei die Warnungen der Plug-In-Hersteller mich noch warten lassen auf Big Sur mit M1 umzusteigen. Videoschnitt ist ein NoGo – noch. Für Grafikdesigner ist der MacMini eine Alternative sofern die Arbeiten ebenfalls nicht zu Komplex sind. Office-Arbeiten sind schnell und damit ist der Rechner toll für jeden Privatanwender, Studenten oder Schüler. Der Geschwindigkeitsunterschied ist zum Pro in vielen Bereichen noch nicht so groß, dass ich den Pro gegen einen MacMini tauschen wollte. Außerdem fallen die wenigen Schnittstellen im Moment negativ auf, ich bräuchte einen teuren TB3 Hub, um die ganze Peripherie anzuschließen. Der iMac ist hier immer noch Benchmark, trotz, dass dieser von Ende 2017 stammt. Das eine oder andere Programm startet zwar einen Hauch langsamer, dafür sind aber Videoschnitt-Arbeiten hier kein Problem. Mit einer externen Grafikkarte, bekommt der Pro wahrscheinlich wieder neues Leben eingehaucht und wird da wieder schnell genug laufen. Das muss ich noch testen. Wer also als Kreativer auf verschiedene Bereiche spezialisiert ist und somit viele leistungshungrige Programme benötigt, der wird mit dem Mini auf Dauer nicht glücklich. Als Notmaschine ist dieser durchaus eine Anschaffung wert und für Teilspezialisierungen ebenso.

Somit hat der MacMini als Notrechner und als Familienrechner seinen Platz gefunden. Sollte im Homeoffice der Pro nicht mehr mitmachen, dann kann ich auf den Mini ausweichen. Ich gehe aber davon aus, dass die Hardware vom Pro noch lange laufen wird. Der iMac wird wohl noch 2021 als Promaschine seinen Dienst verrichten. Im Herbst 2021, oder schon früher, erwarte ich dann die Profi iMacs und dann werde ich den ersten Rechner tauschen. Der Office iMac wird dann ausgetauscht. Der Home Mac Pro wird gegen den 2017 iMac getauscht. Den Pro werde ich dann einpacken und ins Regal stellen. Da bin ich dann doch etwas nostalgisch. Diese kleine Tonne hat mir lange Zeit sehr gute Dienste geleistet und irgendwie finde ich das Teil immer noch ein besonderes Stück Technik. 

Ich hoffe ich konnte euch einen echten Einblick in die neuen Teufelskisten von Apple geben. Sie sind gut, sehr gut, aber noch nicht gut genug. Nicht ohne Grund bietet Apple ja noch Intel-Kisten an.